Laut, farbenfroh, strahlend, facettenreich, wunderschön, atemberaubend, nie langweilig werdend, zum Staunen schön. T2 ist ein Augenöffner, ein Sonnenschein, so bunt und laut und wunderschön wie ein Feuerwerk. Es gibt keine Schublade, in die sie passt, keine Kategorie, die sie beschreibt, kein Wort, das ihr Wesen umfassen kann. So impulsiv, so emotional und so bedingungslos liebend. Pure Freude, starker Wille, die Fähigkeit sich abzugrenzen, durchzusetzen, und dabei doch so verletzlich, so fragend: Liebst du mich?

T2 ist laut. Und mutig. Sie tanzt und klatscht und lacht und legt sich dann einfach nieder. Ruht. Sie weint und schreit. Sie jagt und jauchzt. Sie streckt die Arme nach jedem aus, der ihr Hilfe verspricht. Sie macht, was ihr in den Kopf kommt, und zeigt, was ihr Herz fühlt. Sie macht deutlich, was sie will und sie nimmt sich, was sie braucht.

T2 - du wunderbares Wesen! Ein Jahr bist du nun schon für alle greifbar in dieser Welt und es kommt mir - ganz kitschig - so vor, als wärst du nie weg gewesen. Du nicht. Aber oh doch - all' die Lehren, die ich durch dich erfahren durfte, die waren einmal nicht da.

Lehren, die sagen: Ich bin eine Persönlichkeit. Nicht einfach ein Baby. Nicht meine Schwester in klein. Nicht "Ganz der Papa" und auch nicht "Ganz die Mama". Kein Mini-Me, kein Accessoire - ein Mensch. Der gesehen werden will. Der bestimmt, wann es was zu Essen gibt. Wie und wo er schlafen will. Wann gespielt und wann geruht wird. Nicht nach Lehrbuch. Nicht nach dem neuesten Trend. Sondern ganz so wie ich, T2, es brauche. Und das ist ganz bestimmt anders als Mama es glaubt.

Du läufst auf Knien, du wirfst Bälle und jagst ihnen nach. Du räumst aus und ein und wieder aus. Du sortierst. Du baust Türme und stürzt sie wieder ein. Du öffnest Stifte, Flaschen, Dosen, und schließt sie wieder. Du bist versunken in dein Spiel, probierst dich aus, träumst und beobachtest. Und wenn man dich anblickt, dann strahlst du und lachst mit einem Mund, der größer scheint als dein Gesicht und du bist nur noch: Feuerwerk! Strahlend, fröhlich, federleicht.

Kurze 12 Monate, die wir dich erst bei uns haben - und doch kommen sie uns vor wie Jahre. Des Kennenlernens, des Begreifenlernens, des Verstehenlernens. Du hast uns viel vom Leben gezeigt - und dass, obwohl wir dachten, wir würden dir das Leben zeigen! Das letzte Jahr war in vieler Hinsicht ganz anders als gedacht. Viel lauter, viel turbulenter, viel fröhlicher, viel langsamer, viel schneller.

Du wolltest nichts als die Brust und dann lieber die Flasche, als die Brust. Du wolltest niemals nie von meinem Arm und dann doch lieber im Kinderwagen liegen, als in der Trage ruhen. Du wolltest nur an Mamas Brust schlafen und plötzlich gar keine Einschlafbegleitung mehr. Und dann wieder, Tag und Nacht, keinen Millimeter Luft zwischen uns. Keine Sekunde ohne Mama. Und dann...

... gehst du in die Welt hinaus und schaut dich dennoch immer wieder um: Bist du bei mir? Und ohja, ich habe dich im Blick! Ich passe auf dich auf, ich freue mich über jeden Fortschritt und leide mit dir, wenn du fällst. Und manchmal verlangst du so viel: Die ganzen Gefühle, die du in dir trägst, ich soll sie ordnen, soll die Schmerzen lindern und die Freude erfassen. Dein Lachen, dass deinen kleinen Körper ganz vereinnahmt. Der Stolz, der aus deinen Augen strahlt, wenn du etwas geschafft hast. Das Jammern, dass sagt: Mama, ich leide, nimm den Schmerz!

Noch bin ich das Größte für dich! Geborgenheit, Schutz und Schmerzlinderer. Noch glaubst du, ich hätte alle Macht der Welt und die Fähigkeit, deine Gefühle zu ordnen. Dich auszuloten und dich ins Gleichgewicht zu bringen. Doch ich bin nicht so mächtig. Ich bin nicht unfehlbar und schon gar nicht fähig, dein Gemüt zu sänftigen. Ich kann die Schmerzen nicht nehmen, ich kann dein gebrochenes Herzchen nur trösten und dir immer und immer wieder sagen: Ich liebe dich. Du bist richtig, so wie du bist. Behalte dir dein Suchen, deine Bereitschaft, dich voll und ganz einem anderen anzuvertrauen. Einem, der viel viel größer ist, als deine Mama. Viel größer als deine Eltern. Viel mächtiger als je ein Mensch auf Erden war und sein kann. Einem, der dich vollkommen(er) liebt.

T2, du bist wunderbar. So rein wie eine frische Quelle, so wild wie das tosende Meer, so tief wie stille Wasser. T2, ich bin stolz auf dich! Ich liebe dich, unfassbar! Und ich weiß: Du bist Gottes größtes Geschenk an meine Seele - denn wenn du ruhig in meinen Armen liegst, ist dass das tröstlichste der Welt. Und wenn du mich anstrahlst, ist es die pure Freude, die wie Gold durch meine Adern fließt. Und wenn du weinst, dann fühle ich, was wahrer Weltschmerz ist. Du bist ein Mensch der großen Gefühle und sprengst jede zu eng gezogene Linie, vertreibst das Graue, das Trübe - ein wahrer Sonnenschein. Ein Sonnenstrahl, der durch den Kristall der Welt gebrochen wird und sein buntes Licht in alle Richtungen wirft.

Ich wünsche dir, dass du in dir ruhst und weißt: Ich bin geliebt, auch wenn es mir nicht permanent gespiegelt wird. Ich bin gewollt, auch wenn man mir den Rücken zukehrt. Ich bin wertvoll, auch wenn ich nicht immer etwas leisten kann. Ich bin schön, auch wenn ich nicht immer perfekt um mich kümmern kann, ich bin klug, auch wenn ich nicht immer das Klügste tue. Ich wünsche dir, dass du weißt: Ich bin ich und das ist vollkommen (und) genug! T2, du bist mein Feuerwerk, mein Diamant, meine wärmende Sonne. Ich liebe dich!