"Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?"

Angeblich eine beliebte Frage innerhalb eines Bewerbungsgesprächs.
Eine offene Frage, auf die wir sowohl mit "verheiratet, 2 Kinder" sowie mit "in der Position des Geschäftsführers", als auch ganz anders mit "imUrlaub", antworten könnten.

Intuitiv, da wir Kontexte erfassen können, antworten wir im Bewerbungsgespräch auf unsere Karriere bezogen. Wird uns die Frage aber von einer Freundin gestellt, antworten wir eher auf unser Privatleben bezogen, wahrscheinlich sogar auf alle Lebensbereiche.

Aber Antworten hätten wir auf jeden Fall. Denn ein Klischee besagt:
Weltweit plant keine Nation akribischer als wir Deutschen. Wir mögen unsere Visionen, Pläne und Zielsetzungen. Wir haben unsere Karrierepläne, Urlaubspläne, Freizeitpläne, Wochenendpläne, Feierabendpläne, Wochenpläne, Stundenpläne, Spielpläne, allgemein Lebenspläne und auch Familienpläne. Alles soll geplant werden.

Wer so viele Pläne hat, gewinnt schnell den Eindruck, dass alles geplant werden kann. Denn wer sich Ziele setzt, kann diese erreichen. Wird diese erreichen. Erster Schritt zum Erfolg: Erstelle einen Plan.


Ich gebe zu, ich liebe Pläne. Und in vielen Bereichen meines Lebens habe ich sie tatsächlich schon gewinnbringend einsetzen können. Und natürlich habe auch ich mich mit der Familienplanung ganz naiv auseinandergesetzt. Irgendwann in meiner Teenagerzeit habe ich festgelegt: Wenn ich mit dem Studium fertig bin, dann heirate ich und wir bekommen Kinder.

Geheiratet haben wir noch im Studium in den Semesterferien, die Flitterwochen wurden aber erst nach Ende des Studiums angetreten. Und aus diesen brachten wir unser erstes, winzigkleines Baby mit. Ziel erreicht. Studium zu Ende: schwanger. So einfach war das also mit der Familienplanung.

Bis wir 6 Wochen später sehr hart auf dem Boden der Realität angelangten: Diagnose "Missed Abortion". Unser zuckersüßes, glückliches Böhnchen, dass uns vor ein paar Wochen noch fröhlich im Ultraschall seinen Herzschlag zeigte, hat eben diesen wieder aufgegeben. Kein Herzschlag. Kein Leben. Kein Kind. Keine Familienplanung. Schwups, von heute auf morgen waren wir wieder allein...

Und mit dem Alleinsein kam die Frage: Was lässt sich überhaupt planen?


Es gibt Pläne, die sind weitestgehend verlässlich umsetzbar. Stundenpläne, zum Beispiel. Gehe zum Zeitpunkt x zu Raum b und lerne dort Inhalt z. Oder Baupläne. "Setzten Sie Teil A auf Teil B und Sie erhalten Objekt C." Es braucht kaum Talent und nur wenig Geschick einer einfachen Anleitung Folge zu leisten und dann ein nahezu perfektes Ergebnis zu erhalten.

Ein einfaches Prinzip, das Mentos für unsere Familienplanung angewandt hat:

So einfach soll es gehen. Einfach ein Kaugummi kauen (klar, hier können wir jedes andere Produkt + dessen Benutzung einsetzen), dadurch unfassbar attraktiv werden (Aller Handlung letztes Ziel ist Sex!), den richtigen Partner wie von Selbst finden, für sich gewinnen und nur ein bisschen Zeit verstreichen lassen, und schon haben wir die perfekte Familie.

Doch egal in welchem Stadium der Familienplanung wir uns gerade befinden, wir spüren immer wieder: So einfach ist es nicht.

Vielleicht wünschen wir uns nichts sehnlicher als eine eigene kleine Familie, aber wir finden "nicht einmal" den geeigneten Partner. Oder wir haben tatsächlich jemanden in Aussicht, sind uns aber unsicher, ob er oder sie überhaupt in Frage kommen. Woher wissen wir, ob er/sie der/die Richtige ist? Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Heiraten? Und wann bekommen wir unser erstes Kind? Was wäre, wenn wir (nicht) schwanger würden?

Wie schmerzhaft sind Wehen wirklich und was passiert eigentlich bei einer Geburt? Und wie verändert so ein Kind das gemeinsame Leben? Ist es wirklich so, wie "alle" sagen?


Wenn ich darauf angesprochen werde, ob unsere Kinder geplant gewesen sind, antworte ich gerne "Wir haben sie uns sehr gewünscht."

Denn wenn sich eines nicht planen lässt, dann ist es Familie.

Wir können weder zu 100% ausschließen, dass sie entsteht, noch zu 100% bewirken, dass sie entsteht. Wir können niemanden zwingen uns zu heiraten und wir können auch nicht festlegen, wann ein Kind unsere Beziehungen bereichern wird, oder wie der Charakter oder das Aussehen dieses Kindes sein wird.

Und dennoch glaube ich, dass wir Einfluss nehmen können, indem wir uns mancher Dinge bewusstwerden. Daher werden wir uns in den nächsten Wochen damit beschäftigen, wie Familie sinnvoll "vorbereitet" werden kann. Nicht muss.

Auf dem Weg zur eigenen Familie begegnen uns (fast) immer die gleichen oder sehr ähnlichen Stationen. Daher wird es in den kommenden Wochen um diese Themen gehen:

  1. Single sein; wertvolle Jahre
  2. Mr. Right und Miss Perfect
  3. Heiraten: Drum prüfe wer sich ewig bindet
  4. Vernunft vs. Wunsch: Der richtige Zeitpunkt
  5. Kinderwunsch: wie wird man schwanger?
  6. Das Kind in meinem Bauch: Schwangerschaft
  7. Wehen und Geburt
  8. Babys erstes Jahr

Ich glaube, wenn wir gesunde Beziehungen, Ehen und Familien führen und erleben wollen, sollten wir uns in erster Linie der Beziehung zu Jesus widmen. Denn niemand kennt uns besser und beschenkt uns reicher als er. Darüber hinaus können wir uns sinnvolle Fragen stellen, uns inspirieren lassen und immer wieder reflektieren, was wir als wertvoll und wichtig erachten, wenn wir an unsere (zukünftige) Familie denken.